mit x55 zu X-mas

Das sieht nach einer erklärungsbedürftigen Formel aus – und es ist auch eine: mit x55 zu X-mas. Hier ist die Erklärung dazu. Beginnen wir beim zweiten Teil: X-mas. Diese Abkürzung ist einiger Massen bekannt, da sie heute in der Werbung viel verwendet wird. Das Überraschende für mich beim Nachforschen ist jedoch, dass sie nicht eine moderne Erfindung ist, sondern im englischsprachigen Raum schon seit 1551 belegt ist. Und ihre Herkunft ist noch viel älter. Schon seit frühchristlicher Zeit diente der Buchstabe Chi (X) als Abkürzung für Christos. X-mas meint also Christmas, Weihnachten. Die Bezeichnung ist mir nur wichtig, weil sie so gut zum anderen Ausdruck passt: x55 und X-mas.

Und nun zu x55. Was ist damit gemeint? Die Antwort darauf ist eine kleine Geschichte: Ich treffe mich alle ein bis zwei Wochen für eine Stunde mit Edith aus Wien und Francine aus Holland. Als technisches Verbindungsmittel dient uns der Computer, das Internet und das Konferenzprogramm Zoom. Als inneres Verbindungsmittel dient uns das Herz. Wir schauen uns oft erst mal lange in die Augen und ins Herz, verbinden uns mit unserer Tiefe, bevor wir austauschen, wo jede/jeder von uns Dreien innerlich und äusserlich unterwegs ist. Diese Präsenz ist für uns das Entscheidende: zu spüren, wer ich in der Tiefe wirklich bin, nicht diese oder jener, sondern Bewusstsein. Diese Präsenz verändert den Austausch unter uns, macht ihn wesentlicher.

Und weil mir dieses Bewusstsein im Alltag bisweilen fehlt und ich schnell wieder ins Machen und Sorgen komme, kam ich auf die Idee, jede Stunde fünf Minuten dieser inneren Verbindung zu widmen. Ich stelle den Wecker auf meinem Handy auf die nächste 55-Minuten-Zeit, also zB. auf 16.55, dann 17.55 Uhr usw. Und wenn er klingelt, schliesse ich die Augen, lass alles liegen und stehen, blicke den beiden innerlich in die Augen, spüre mein Atmen, meinen Körper, mein Herz, lasse für einen Moment alles los, tauche ein in die Leere, in die reine Präsenz. Das gelingt nicht immer und ist natürlich nicht immer möglich auf Grund der Arbeit oder von Begegnungen, die gerade stattfinden. Aber es hat viel verändert. Diese fünf Minuten Loslassen und Stille machen mich verbundener, hörender, präsenter, entspannter. Immer wieder merke ich in diesen fünf Minuten, wie hoch die Spannung in mir schon wieder ist. Für Minuten gebe ich auf, lasse ich los, tauche ein ins Sein – x55.

Weihnachten ist ein Fest der Stille. So habe ich es als Kind erlebt und ich verbinde es auch heute mit Stille. Wie die meisten anderen bin ich vor und rund um Weihnachten jedoch sehr aktiv und gefordert. Die immer wiederkehrenden fünf Minuten des Horchens, führten mich im Zugehen auf diese Weihnachten immer wieder in die Stille und halfen mir, mit dieser Dimension mehr in Kontakt zu bleiben. Ich werde diese Idee nun auch nach Weihnachten weitermachen. Sie ist ja in keiner Weise an Weihnachten gebunden. Sie gibt einfach so eine hübsche Formel ab: mit x55 zu X-mas.

Ich wünsche dir immer wieder Momente der Stille, in denen du deine Tiefe, dein wahres Wesen spürst.

 

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