Durst nach Leben?

Heute Morgen war ich in der Stadt: auf der Bank, im Café, beim Arzt, im Reisebüro. Neben dem Bahnhof von Bern kam ich beim Burgerspital vorbei, das jetzt Haus der Generationen heisst. Es hat einen grossen Innenhof. Mitten in dem Innenhof plätschert ein Brunnen. Hier im Herzen der Stadt, mitten im pulsierenden Leben, fliesst dieser Brunnen. Ich hielt inne, hörte das Plätschern, wurde still, wendete mich nach innen, verband  mich mit meiner Quelle, wurde ruhig, wurde still, Fröhlichkeit begann zu sprudeln. Es waren nur ein paar Sekunden, nicht einmal eine Minute und das Leben fühlte sich anders an.

So viel von meinem/unseren Jagen uns Suchen entspringt dem Vergessen: ich spüre meine innere Quelle nicht und hoffe etwas zu finden, das mich nährt, mir meinen Lebensdurst stillt. Es ist einfach und es ist schön, zu diesem inneren Platz zu gehen.

Beeindruckend ist für mich auch, dem Brunnen den Rücken zu kehren und langsam auf das Tor zu und durch das Tor hinaus auf die Strasse zugehen: Vor mir Menschen, Autos, Verkehr, Bewegung. Da lebt es, da geht die Post ab. Und hinter mir, nicht mehr hörbar, aber noch sicht- und spürbar, der Brunnen, das Plätschern.

Was hilft mir mitten im Leben  mit der inneren Quelle verbunden zu bleiben, in der Bewegung, im Reden, im Tun die Verbindung nach innen nicht zu kappen?

 

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